Miteinander - Hören 4.2
jwoslc
134-7.16
Ich habe mehrere Bewerbungen geschrieben, zuerst aber nur Absagen bekommen.
Warum? In Bäckereien wird Personal doch gesucht.
Die meisten Betriebe haben keinen Grund angegeben. Wahrscheinlich haben sie gefunden, dass meine Deutschkenntnisse nicht gut genug für die Arbeit als Verkäuferin sind.
Oh, das tut mir leid.
Am Anfang habe ich mich darüber geärgert. Manche haben mir alternativ eine Stelle als Reinigungskraft angeboten. Ich wollte zeigen, dass ich mehr kann, und habe das Gefühl gehabt, keine Chance zu bekommen.
Zum Glück gibt es bei Schwierigkeiten auch immer Menschen, die helfen wollen.
Und wer hat dir geholfen?
Unsere Nachbarin. Sie hat mir eine Bäckerei empfohlen, die eine Lehrstelle angeboten hat.
Zuerst habe ich einige Zweifel gehabt. Würde ich es schaffen, extrem bald aufzustehen und in der Nacht Brot und Semmeln zu backen? Und wie wird es dann in der Berufsschule sein? Ist mein Deutsch überhaupt gut genug für den Unterricht in einer richtigen Schule? Zahlt sich das Ganze aus? Ich meine, drei Jahre Lehre, das ist eine lange Zeit für jemanden mit Mitte 40.
Darum habe ich zuerst abgelehnt.
Wieso hast du später doch zugestimmt?
Meine jetzige Chefin hat mich motiviert und mir versprochen, dass sie mich unterstützt, wenn ich in der Berufsschule etwas nicht verstehe. Außerdem hat sie gemeint, dass die Noten nicht so wichtig sind. Sie selber hat auch nicht so gute Noten als Lehrling gehabt. Hauptsache, man schafft den Lehrabschluss, hat sie gesagt.
Schließlich habe ich mich für die Ausbildung entschieden.
Und wie geht's dir in der Berufsschule?
Naja, ganz gut. Die Lehrerinnen und Lehrer dort sind nett und bewerten es nicht negativ, wenn ich bei der Hausübung und den Tests einmal ein falsches Wort verwende oder einen Grammatikfehler mache.
Benita, zum Schluss, wie schauen deine Ziele für die Zukunft aus?
In Österreich haben die Leute immer einen Plan und eine Antwort auf die Frage, wo sie sich in zehn Jahren sehen. Ich bin da ein bisschen anders. Ich bleibe einfach neugierig auf das Leben und bin offen dafür, Neues zu lernen.
Das ist ein schönes Schlusswort. Ich danke dir für das Gespräch.
Danke auch.
134-7.15
Du bist 45 Jahre alt. Wer bitteschön geht in der Lebensmitte freiwillig in die Schule und arbeitet Vollzeit für wenige hundert Euro? Ist das nicht schwierig?
Sicher, eine Ausbildung mit über 40 ist eine Herausforderung. In meinem Fall noch mehr, weil ich in einer Sprache lernen muss, die ich nicht perfekt spreche. Eigentlich komme ich aus Kuba. Wegen der Liebe lebe ich seit einigen Jahren in der Nähe von Graz.
Du bist mit einem Österreicher verheiratet, oder?
Und was hast du früher beruflich gemacht?
In Kuba war ich IT-Spezialistin bei einer Versicherung. Auch in Österreich habe ich zuerst von einer Stelle im Bereich IT geträumt, aber meine Zertifikate wurden nicht anerkannt. Das mit der Anerkennung ist eine echte Herausforderung. Das höre ich da im Podcast immer wieder.
Also habe ich mir überlegt, was in meinem Alter realistisch ist. Ich wollte immer schon was mit Kochen oder Backen machen. Deswegen habe ich es in der Gastronomie versucht. Aber für den ganzen Stress in der Küche bin ich nicht geeignet. Das ist mir zu viel.
Trotzdem habe ich mir eine Tätigkeit gewünscht, die mit Lebensmitteln zu tun hat. Warum also nicht als Bäckerin oder in einer Fleischhauerei arbeiten?
Ich habe mehrere Bewerbungen geschrieben, zuerst aber nur Absagen bekommen.
134-7.14
Hallo und herzlich willkommen zu „Aus der Welt nach Österreich“, wo wir Mitbürgerinnen und Mitbürger vorstellen, die erst vor wenigen Jahren zu uns gekommen sind.
Heute ist Benita Meier bei uns im Studio, Lehrling im dritten Lehrjahr. Ein herzliches Willkommen auch dir, Benita.
Dankeschön.
Die meisten starten ihre Lehre ja direkt nach dem Schulabschluss. Was viele nicht wissen: Man kann auch mit über 30 oder 40 Jahren noch eine Lehre anfangen. Du bist 45 Jahre alt. Wer bitte schön geht in der Lebensmitte freiwillig in die Schule und arbeitet Vollzeit für wenige hundert Euro? Ist das nicht schwierig?
128-7.13
Arul, rat einmal, was passiert ist.
Na, sag schon, Lara.
Ich habe keine Ahnung.
Ich habe mich doch bei Klimameister beworben und bin zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen worden.
Echt jetzt? Das ist ja wirklich eine Überraschung. Und wann hast du es?
Stell dir vor, es war schon heute Vormittag.
Und du hast gar nichts erzählt?
Ich wollte ja, aber dann ist was Verrücktes passiert. Eigentlich sollte ich erst nächsten Mittwoch in die Firma kommen. Aber gestern Abend, schon ziemlich spät, hat mich die Chefin persönlich angerufen und gefragt, ob ich schon heute kommen könnte. Damit habe ich ja überhaupt nicht gerechnet. Natürlich habe ich ja gesagt.
Und, wie ist es gelaufen?
Super! Sie hat sich meine Unterlagen sehr genau angeschaut, auch meinen Lehrabschluss. Dann hat sie gefragt, ob der Lehrabschluss schon in Österreich anerkannt ist. Ich habe geantwortet, dass ich noch keine Antwort auf meinen Antrag bekommen habe.
Was dann passiert ist, das glaubst du nicht.
Sie hat gesagt, dass die Anerkennung für sie erst einmal nicht so wichtig ist. Ihr gefällt, was für eine Lehre ich gemacht habe und dass ich sie sehr gut abgeschlossen habe. Alles andere wird die Praxis zeigen, hat sie gesagt. Und außerdem könnte ich ja auch eine Weiterbildung machen, die die Firma bezahlt.
Also sowas! Wirklich unglaublich!
Ich gratuliere. Und wann kannst du anfangen?
Schon am Montag. Das müssen wir feiern!
128-7.12
Beispiel. Was ist das? Das ist das Café, in dem ich oft einen Kaffee trinke. Das ist das Café, in dem ich oft einen Kaffee trinke. Und jetzt Sie.
Wer ist das? Das sind die Freunde, mit denen ich mich gern verabrede.
Wer ist das? Das ist die Kollegin, mit der ich mich gut verstehe.
Wer ist das? Das ist der Nachbar, über den ich mich oft aufrege.
Was ist das? Das ist die Stelle, um die ich mich bewerbe.
Was ist das? Das ist das Institut, für das ich mich interessiere.
Wer ist das? Das sind die Kinder meiner Schwester, um die ich mich oft kümmere.
Wer ist das? Das ist der Bekannte, mit dem ich mich manchmal treffe.
124 -7.07
Wie jeden Montag begrüße ich Sie zum Podcast Umwelt und Verkehr. Herzlich willkommen zu unserer heutigen Folge.
Am Wochenende hat in Wien eine Demonstration für mehr Klimaschutz stattgefunden. Menschen aller Generationen haben gegen den zunehmenden Autoverkehr demonstriert. Aus diesem Grund haben wir heute Tengis Friedmann bei uns zu Gast. Er ist Verkehrsexperte und hat uns ein paar Daten mitgebracht.
Willkommen, Herr Friedmann.
Guten Tag und vielen Dank für die Einladung.
Herr Friedmann, was haben Sie und Ihr Team denn zur Verkehrssituation untersucht?
Wir haben Personen aus allen Altersgruppen und in allen Bundesländern befragt. Wie oft sie welches Verkehrsmittel nutzen, wie lang die Strecke ist, die sie damit fahren, warum sie überhaupt von A nach B müssen. Die Untersuchung zeigt, wie die Verkehrsnutzung jetzt ausschaut und was sich verändert hat.
Zu welchem Ergebnis sind Sie gekommen?
Den intensivsten Verkehr gibt es in der Früh und am Nachmittag, wenn die Leute in die Arbeit und die Kinder in die Schule müssen. An den Werktagen ist immer viel los. Ungefähr 20 Prozent der befragten Personen geben an, dass sie dabei Wege zurücklegen, die nicht länger als fünf Kilometer sind. Weil das die größte Gruppe ist, möchte ich heute die Ergebnisse dieser Untersuchung vorstellen.
Das klingt interessant. Wie hoch ist denn der Anteil der Menschen, die dafür das Auto nutzen?
Also, bei Wegen zwischen zweieinhalb und fünf Kilometern nutzen 42 Prozent der Menschen den PKW. Davon geben 20 Prozent an, dass sie nur Mitfahrerinnen sind, also das Auto nicht selber lenken.
Gegenüber dem Auto ist der Anteil der Personen, die mit dem Fahrrad fahren, deutlich kleiner, nämlich nur 26 Prozent.
Gibt es auch Angaben zu den Fußgängern? Wie viele Prozent gehen zu Fuß?
Dieser Wert liegt bei zehn Prozent. Jede oder jeder Zehnte geht also zu Fuß. Für die Entfernung ist das eine sehr gute Zahl.
Oh ja, zehn Prozent, nicht schlecht.
Auf Ihrer Website präsentieren Sie die Ergebnisse Ihrer Untersuchung in einer Grafik. Die Grafik zeigt eine höhere Zahl von Personen, die mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahren.
Das ist richtig. Die Werte für Bus und Bahn liegen bei 23 Prozent. Bei einem etwas längeren Weg zwischen fünf und zehn Kilometern nutzen sogar 28 Prozent den öffentlichen Verkehr. Dieser Wert ist schon ganz gut. Aber zufrieden sind wir damit noch nicht.
Wir brauchen noch mehr Verbesserungen im öffentlichen Verkehr. Mehr Züge, mehr Busse. Und die müssen öfter fahren. Es gibt einen ganzen Katalog von Maßnahmen, wie man den öffentlichen Verkehr attraktiver machen kann.
Diese Maßnahmen werden Thema unseres nächsten Podcasts sein. Wenn Sie, liebe ZuhörerInnen, Ideen und Meinungen dazu haben, schreiben Sie uns einen Kommentar. Einen Link zu den Zahlen und zur Grafik finden Sie in der Beschreibung zum Podcast.
Herr Friedmann, ich danke Ihnen für die interessanten Informationen und freue mich schon auf unser Gespräch nächste Woche.
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