Miteinander Hören 4
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121-7-06
Herr Lechner, wie kommt es, dass das Thema Dankbarkeit für die Medizin und Gesundheitsvorsorge wichtig geworden ist?
PsychologInnen und MedizinerInnen suchen nach Antworten auf die Frage, wie sich die psychische Gesundheit verbessern lässt. Seit einigen Jahren untersuchen sie dabei auch das Thema Dankbarkeit. Und sie haben interessante Ergebnisse gefunden.
Da bin ich gespannt. Was haben sie denn herausgefunden? Können Sie das näher erklären?
Also, Dankbarkeit fühlt sich nicht nur direkt gut an. Sie wirkt sich tatsächlich positiv auf die Gesundheit aus. Und, das ist vielleicht neu für viele, nicht nur auf die psychische Gesundheit.
Ah, ja?
Ja. Nicht nur Angst, Ärger und Stress werden weniger, sondern auch zum Beispiel Schlafstörungen und andere körperliche Probleme.
Ich bin überrascht, dass Dankbarkeit bei unangenehmen Gefühlen wie Angst und Stress helfen soll. Wie kommt das? Warum ist das so?
Eigentlich ist es ganz einfach. Man kann nicht gleichzeitig ein gutes Gefühl wie Dankbarkeit und ein schlechtes Gefühl wie zum Beispiel Angst haben.
Das heißt, die Dankbarkeit ist da. Und es gibt keinen Platz für andere schlechte Gefühle?
Jedenfalls nicht gleichzeitig. Ja, das kann man so sagen. Und dankbar zu sein fühlt sich ja wirklich wunderbar an. Man bekommt gleich ein Lächeln ins Gesicht, wenn man sich an eine Situation erinnert, in der man einmal richtig dankbar war.
Ja, das ist wirklich so. Wie und wo kann Dankbarkeit noch die körperliche Gesundheit verbessern?
Bei Schlafproblemen. Denn je besser man schläft, desto besser arbeitet das Immunsystem und desto seltener wird man krank.
Dankbarkeit ist also tatsächlich ein wichtiger Punkt, wenn es um Gesundheit und Gesundheitsvorsorge geht.
Ja, auf jeden Fall.
Was können unsere Hörerinnen und Hörer denn tun, um öfter Dankbarkeit zu empfinden?
Einfach Zettel und Stift nehmen und in der Früh oder am Abend kurz nachdenken: Wofür bin ich heute dankbar?
Das können Dinge sein wie frisches Wasser zu haben, ein Bett und eine warme Wohnung, dass die Sonne scheint oder dass es endlich einmal schneit. Ein gutes Gespräch mit einer Kollegin. Es muss nichts Großes sein.
Aber allein, sich einen Moment Zeit zu nehmen und sich das klarzumachen, das hilft schon, dass wir Dankbarkeit fühlen. Mit der Zeit wird es immer leichter. Man spürt schon tagsüber genauer, was man als positiv erlebt.
Danke für diesen Tipp.
Gern.
Ja, Herr Lechner, ich bedanke mich ganz herzlich für Ihren Besuch im Gesundheitsforum.
Da spüren Sie auch schon Dankbarkeit, wenn es ehrlich gemeint ist.
121-7.05
Acht Uhr fünf an diesem Freitagmorgen. Ich begrüße Sie zum Gesundheitsforum. Unser Thema ist in diesen Wochen im Jänner ja die Gesundheitsvorsorge.
Wir haben schon über Vorsorgeuntersuchungen gesprochen, natürlich über Ernährung und Bewegung. Und heute soll es nun um ein besonderes Thema gehen, das man vielleicht gar nicht so sehr mit Gesundheit in Verbindung bringt.
Um Dankbarkeit.
Genau. Dazu bin ich heute im Gespräch mit dem Gesundheitsexperten Fritz Lechner.
Schönen guten Morgen, Herr Lechner.
Grüß Gott.
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